Auftakt Themenreihe „Rund um den Sattel“ 1.) Die Auflagefläche

Die Länge des Sattels ist ein ganz wichtiges Thema, denn ist der Sattel zu lang oder zu groß, hat das auf Dauer fiese Auswirkungen für euer Pferd.

Grundsätzlich ist ein Pferd nur mit einem ganz begrenzten Teil seines Körpers in der Lage, das Reitergewicht zu tragen. Die vordere Begrenzung der Auflagefläche ist das Schulterblatt, die hintere Begrenzung ist die letzte Rippe des Pferdes.

Der Sattel sollte also nicht auf dem Schulterblatt aufliegen, da sonst die Muskulatur leidet und bei längerer falscher Belastung auch die Knorpelsubstanz (es gibt einige Ausnahmen, bei denen sicher gestellt werden muss, dass die Schulter unter dem Sattel in der Bewegung frei rotieren kann, z.B. bei Westernsätteln).

Die Begrenzung nach hinten ist noch wichtiger, da zum einen dort wichtige Organe und Teile des Darms liegen, die nicht gedrückt werden sollten, zum anderen ist ein Pferd physisch nicht in der Lage, Gewicht auf den Lendenwirbeln zu tragen. Ist der Sattel zu lang, bedeutet das, dass ihr Gewicht über den thoracolumbalen Übergang hinaus auf den ersten Lendenwirbeln habt. Das sorgt für Entzündungen, Arthrose und langfristig begünstigt es die Entstehung von Kissing Spines

Wie könnt ihr also prüfen, wie lang die Sattellage eures Pferdes ist?

Tastet vorne die caudale (hintere) Seite des Schulterblatts  und hinten die letzte Rippe.Dieser folgt ihr in einem leichten Bogen nach oben bis zur Wirbelsäule – voila, schon habt ihr die Sattellage eingegrenzt.  

Versucht das ruhig mal bei verschiedenen Pferden  – ihr werdet erstaunt sein, wie unterschiedlich es sich anfühlt und wie unterschiedlich die Länge der Auflagefläche sein kann. Viel Spaß beim ausprobieren 🙂

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